Wieder ein „Eklat“*

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Wieder ein „Eklat“*

26/09/2020 | büdingen | Keine Kommentare

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Lt. Kreis-Anzeiger v. 21.09.2020 (Artikel hinter Bezahlschranke) kam es in der letzten Stadtverordnetenversammlung zu einem erneuten „Eklat“, weil sich ein Stadtverordneter weigerte, einen entsprechenden „Schutz“ (gemeint ist hier so’n „Fratzelabbe“) auf dem Weg zum Rednerpult aufzuziehen.

Wir haben Gesichtsvisiere bekommen, damit Personen, die unter Asthma leiden, einen Schutz haben.

Eigentlich doch eine Unverschämtheit, die sich der Stadtverordnetenvorsteher hier m.E. leistet. Wie kommt ein Vorsitzender einer Stadtverordnetenversammlung dazu, diese Krankheit zu benennen und gleichzeitig zum Gegenstand einer öffentlichen Sitzung zu machen und dem betroffenen Stadtverordneten qua order einen Alternativschutz aufzuerlegen?
(Dass ein Einzelhandelskaufmann über eine medizinische Grundausbildung verfügt, die ihn dazu berechtigt, so zu agieren, wäre mir ebenfalls neu.)

Primär dürfte es doch auch niemanden etwas angehen („ärztliche Schweigepflicht“), aus welchen Gründen jemand vom Tragen eines „Schutzes“ befreit ist („Asthma“ geht auch aus dem Attest nicht hervor. Darin steht nur „aus gesundheitlichen Gründen“)?!

Des weiteren ist es m.E. auch nicht nachvollziehbar, warum eine Büdinger Stadtverordnetenversammlung ein Attest, welches jemanden von der „Maskenpflicht“ (welche auch immer) befreit, mißachtet, sowie zum Diskussionsthema macht (und dadurch entgegen der hessischen Verordnung handelt)?!

An den Pranger gestellt“ – „Hier lebt Geschichte

Ist aber schon ein starkes Stück, in welcher Art und Weise hier einige Stadtverordnete ihre „Meinung“ so kundtun. M.E. mehr als „peinlich“, sowie eher auf Stammtischniveau denn „politischen Diskurs“ einer Stadtverordnetenversammlung anzusiedeln sein?!

Mit „Respekt“ vor Mitmenschen scheint dieses Szenario wohl auch herzlich wenig zu tun zu haben?! Nein, auch dürfte dies kein typisches Beispiel der oft zitierten „Büdinger Verhältnisse“ sein. Dies Szenario ist – bei kritischer Betrachtung – eigentlich nur stil- und niveaulos.

„Zoom“, „Microsoft Teams“, „Skype“ & Co.

Sollte doch tatsächlich der gesundheitliche Aspekt (i.V. mit der Einhaltung der zahlreich erlassenen hessischen Verordnungen) im Vordergrund stehen, stellt sich mir die Frage, warum man in Büdingen nicht schon längst Stadtverordnetenversammlungen, sowie zahlreiche Sitzungen städtischer Gremien via Videokonferenz abhält? An mangelnder Software kann es eigentlich nicht liegen.

Man dürfte sich bei solcher Handhabung doch einiges an „Eklats“ sparen. Es sei denn, diese sind (politisch und menschlich) gewollt.

Gehe ich z.B. mal die Mitglieder einer Stadtverordnetenversammlung durch, so dürfte so ziemlich jedes einzelne davon die technischen Voraussetzungen hierfür daheim haben.

Auch an der Anwendung dürfte es nicht scheitern, da der größte Teil dieser Stadtverordneten auch via der sozialen Netzwerke sehr aktiv ist. Gleiches dürfte auch für die „Gäste“ (BM, Magistrat) dieser Stadtverordnetenversammlung gelten?!

Ergo: Warum handhabt man dies nicht bereits schon seit März d.J.?

[Wäre im übrigen auch eine Möglichkeit für zahlreiche interessierte Bürger, endlich an öffentlichen Versammlungen städtischer Gremien teilnehmen zu können.]

Aber was rede ich. „Hier lebt (halt doch) Geschichte“ und wenn es die ist, (erneut) die Möglichkeit zu ergreifen, einen politisch mißliebigen Kontrahenten öffentlich vorzuführen.

Schön zu sehen, wo und wie manche Stadtverordnete – bei knapp 29 zu behandelnden Tagesordnungspunkten – ihre kommunalpolitischen Prioritäten doch setzen.


Beitragsbild: Gerhard G. from Pixabay

* Artikel enthält Sarkasmus / Ironie

By HI

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HI

Zugereister Austrianer, der seine ganz persönlichen Ansichten zu seinen (realen sowie virtuellen) Alltagserlebnissen in und um seine Wahlheimat Büdingen (Hessen) wiedergibt. "Granteln" seinerseits inklusive ;-)

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