Schloßpark

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Schloßpark

01/08/2019 | altstadt, büdingen, kernstadt | Keine Kommentare

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Seitdem mein letzter Hund verstorben ist, war ich die letzten Jahre auch nicht mehr regelmäßig im hiesigen Schloßpark. Ich war erstaunt, wie sehr sich dieses Fleckchen Erde doch – für mich „positiv“ – verändert hat.

Ich gebe zu, daß ich im ersten Moment wohl ziemlich irritiert war, daß meine damaligen „Routen“ heute nicht mehr in der Form so „passierbar“ waren, wie ich sie seinerzeit täglich mit meinen Hunden gelaufen bin. Ich mußte sogar ziemlich über mich lachen, weil ich dabei merkte, welch‘ „Gewohnheitstier“ ich doch eigentlich bin.

Nein, mit dem, was man so allgemein mit einem „Park“ – noch dazu einem „Schloßpark“ – assoziiert, trägt dieses wundervolle grüne Kleinod inmitten unserer mittelalterlichen Kernstadt wohl lediglich noch diese – etwas irreführende – Bezeichnung.
„Traumpark“ oder „Märchenpark“ würde wohl inzwischen besser passen.

Dieses grüne Kleinod hat etwas „wildes“ und gleichzeitig etwas „mystisches“ an sich, was etwas hervorruft, das wohl auch mit „entschleunigen“ gemeint ist.

„Wild“, weil sich die Natur, nach den gravierenden Pflegemaßnahmen, die nach Jahrzehnten hier vor ein paar Jahren stattgefunden haben, nunmehr Stück für Stück zurückerobert hat. Und sie hat ganze Arbeit geleistet und damit gezeigt, daß die Natur eigentlich ganz gut ohne den Menschen auskommt.

„Mystisch“, weil es fast schon unheimlich ist, den überwucherten Pfaden im Innenbereich zu folgen. Während man diesen folgt, ist einerseits „Stille“, andererseits der Lärm des gegenüberliegenden Freibades zu hören.

Hat man sich, entlang dem verbliebenen schmalen Pfad, durch Brennessel-, Brombeer- und Himbeersträucher „durchgekämpft“, steht man plötzlich inmitten einer Wiese, die – ebenfalls – ein schmaler Trampelpfad durchzieht und einen Atemberaubenden Blick auf die Natur rund um das Schloß freigibt.

Unter einer großen Linde (vermute ich mal, weil ich keine Ahnung habe) kann man auf einer Bank (leider eher das, was irgendwelche hirnlosen Vandalen von dieser noch zurückgelassen haben) Platz nehmen, von den „Strapazen“ 😉 erholend, durchatmen und einfach nur dieses „Bild“ genießen. Es ist plötzlich „ruhiger“. Unglaublich, was die Natur hier zustandegebracht hat und damit selbst mich, ansonsten ziemlich „hibbeligen“ Menschen, plötzlich „runterfährt“. Man muß sich nur drauf einlassen. Das meinte ich mit „entschleunigen„.

Ob es so, wie es nun ist, „gewollt“ war, vermag ich nicht zu sagen. Das, was hier jedoch in den letzten Jahren entstanden ist, kann ich nur als „grüne Lunge“ beschreiben, die ich als Bereicherung empfinde und die mir einfach (gesundheitlich) gut tut. Dass der Natur die Möglichkeit (so möchte ich es gerne sehen) gegeben wurde, sich dieses Fleckchen Erde wieder zurückzuerobern, macht diesen „Schloßpark“ eigentlich zu etwas einzigartigem.

Ich habe die Ruhe an diesem Sonntag sehr genossen. Ungestört von Gruppen von Spaziergängern, Kinderwagen schiebender Mütter, „Joggern“ und Hundebesitzern die ihre – so wie früher üblich – Schloßparkrunden laufen, ohne dabei die Schönheit dieses Plätzchens zu beachten oder gar wertzuschätzen. Auch ich habe dies seinerzeit nicht getan, weil ich den „Schloßpark“ ebenfalls jahrzehntelang als „selbstverständlich“ betrachtet habe. Das war ein Fehler.

Nein, der „Schloßpark“ ist nicht mehr das, was er mal war. Und irgendwie finde ich das gut. Er ist viel schöner und die Jahre, in denen die Natur sich als Architekt betätigt hat, scheinen ihm gut getan zu haben.

In Zeiten, in denen die Klimahysterie um sich greift, Hinz und Kunz sich als „Experten“ in Sachen „Klimarettung“ / „Umweltschutz“ betrachten, baut dieser „Schloßpark“ – still und heimlich – weiter sein eigenes kleines Ökosystem zu einer Ruheoase aus. Recht hat er!



[Anm.: Wir wären nicht in Büdingen, wenn diese – seinerzeit sehr massiv, sowie zeit- und stellenweise „martialisch“ erscheinenden – durchgeführten Pflegearbeiten des „Fürstenhauses“ nicht alles von Politik bis hin zu schnell gegründeten BI’s auf den Plan gerufen hätten. Hat es! Und es hat – wohl mehr aufgrund persönlicher Befindlichkeiten manch‘ politischer Protagonisten – leider nicht wirklich zur Verbesserung des Verhältnisses „Fürstenhaus“ zu „Stadt“ („Politik“ und „Bürger“) – gefühlt – beigetragen. Das ist bedauerlich, weil es eigentlich „gemeinsam“ immer besser geht, als „einsam“.]

By HI

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HI

Zugereister Austrianer, der seine ganz persönlichen Ansichten zu seinen (realen sowie virtuellen) Alltagserlebnissen in und um seine Wahlheimat Büdingen (Hessen) wiedergibt. "Granteln" seinerseits inklusive ;-)

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