Ka·ta·s·t·ro·phe

Home / Ka·ta·s·t·ro·phe

Image

Zuletzt aktualisiert am

Vorab: Sowohl vom Alter als auch gesundheitlich gehöre ich zur sog. „Risikogruppe“. Hier in Hessen sind alle Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können und das durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen (Empfehlung HMSI), von dieser „Maskenpflicht“ ausgenommen.

Einkaufen in „Corona-Zeiten“ … ein Erlebnis der ganz besonderen Art oder „Spießrutenlauf“?!

Ganz klar: Beides!

Seit knapp einem halben Jahr haben wir im benachbarten Ortsteil Wolferborn die Möglichkeit, frisches Gemüse und Obst beim Hofstüberl zu kaufen. Das Sortiment wird peu à peu erweitert und es finden sich dort mehrheitlich frische regionale Produkte. Bestellungen können via WhatsApp aufgegeben werden. Man kann diese selbst abholen oder sich auch anliefern lassen. Man erspart sich daher auch Diskussionen wegen „Maskenpflicht“, etc., weil man sich inzwischen kennt und das Gegenüber bereits Bescheid weiß. Hier wird halt noch miteinander „gebabbelt“. Einer der Vorteile, wenn man auf dem Land lebt. Entspannt halt.

Frische Eier hole ich auch nach wie vor beim Hühnermobil in Büdingens „Kernstadt“, von dem ich ja bereits berichtet habe. Ebenfalls total entspannt.

Ja, auch bei unserem LIDL hole ich so einiges. Seit den Kontaktbeschränkungen und (seit 27.04.2020) „Maskenpflicht“ ist nicht nur der dortige Einkauf ein Erlebnis der „besonderen Art“, sondern auch all‘ das, was man auf dem Weg dorthin / retour so alles zu sehen bekommt.

Sicherheitsdienst und Desinfektionsmittel

Nachdem ab dem 16.03.2020 sukzessive alles hinuntergefahren, bzw. nach und nach geschlossen wurde, „überwachte“ ein Sicherheitsdienst – im Eingangsbereich des LIDL postiert – den „Sicherheitsbstand“ der einkaufenden Klientel. Betreten also nur noch mit Einkaufswagen. Soweit o.k.

Es „steigerte“ sich die Wochen darauf, daß der – inzwischen „maskierte“ Sicherheitsdienst und mit Desinfektionsflasche ausgestattet – der einkaufenden Klientel am Eingang sowohl die Hände als auch den Handlauf der Einkaufswagen desinfizierte. Wieder später fand man eine Desinfektionsflasche bei den Einkaufswagen, so daß man die Möglichkeit bekam, Hände und Handlauf des Einkaufswagens selber zu desinfizieren.

Die Desinfektionsflasche, die bislang bei den Einkaufswagen vorzufinden war, ist nun leider nicht mehr da. Ergo: Keine Möglichkeit, Hände und Einkaufswagen zu desinfizieren. O.k.

Da ich – wie bereits erwähnt – unter diejenigen falle, die von dieser „Maskenpflicht“ befreit sind, stapfe ich also mit Filius in den LIDL hinein, um den üblichen Großeinkauf zu erledigen.

Sicherheitsmann weist mich lediglich auf den Einkaufswagen hin. Ich zeige kommentarlos auf Filius, der diesen hat. Filius ist es megapeinlich, daß ich „unmaskiert“ bin. Erkläre ihm daher zum x-ten Mal, daß ich keine brauche. Verwundert stellt er fest, daß mich niemand während des Einkaufs darauf anspricht. (Bitte nicht in Panik verfallen! Ich hatte extra ein Halstuch mit dabei, falls ich einen Husten- oder Niesanfall bekommen sollte.)

Im LIDL – stickige Luft – unerträglich nicht nur für mich. Selbst Filius wettert gg. seine Einwegmaske, stöhnt, keine Luft zu bekommen. Unerträglich auch für ihn – ist kurz davor, sich diese „Maske“ herunterzureißen. Tut es jedoch nicht.

Von wegen „Sicherheitsabstand“

Auffällig, daß dieser dann unter den Einkaufenden so gar nicht eingehalten wird. Es wird sich einfach vorbeigedrängt, um an die Regale zu kommen und vor den Kühltruhen wird man fast weggedrängt. Kurz warten ist wohl nicht. Geduld ist (k)eine Tugend.

An der Kasse die Kassiererin, die uns schon länger kennt. Freundlich bittet sie mich um das Anlegen einer Maske. Ich verneine und teile ihr mit, daß ich von dieser Maßnahme gesundheitlich ausgenommen bin. Akzeptiert sie, weil ich ihr das bestätigte, was sie eh‘ schon seit längerem bei mir vermutet hatte .

Draußen:
Filius entledigt sich seiner Maske. Wirft diese in Mülleimer, hat hochroten Kopf, steht erst einmal einen kurzen Augenblick einfach da, um tief Luft zu holen, wettert dann wie ein Rohrspatz gegen diesen Blödsinn mit der Maskenpflicht. Kurze Einkäufe o.k., bei längerem Einkauf wie diesem, schlichtweg unerträglich.

Auf dem Heimweg

Kurzer Zwischenstopp bei Apotheke und Optiker – Filius erledigt noch kleinere Einkäufe, ich sitze im Auto und beobachte das Treiben auf der Straße.

Viele Leute unterwegs (parkte unweit Sparkasse). Das Geile daran: Diese „Deppen“ (Pardon, aber anders kann ich es echt nicht mehr bezeichnen) tragen diese Masken auch noch im Freien und gehen damit spazieren … Einer zieht die Maske hoch, fährt sich mit dem Finger in den Mund, puhlt darin rum, zieht Maske wieder runter und trocknet seine Finger an Maske und Jacke. Geil!

Ich lasse es an dieser Stelle, mich über solche aufzuregen, die mit Gesichtsmaske und Einweghandschuhen hinterm Steuer sitzen, aussteigen, einkaufen und – selbstverständlich – damit wieder einsteigen. Lohnt nicht. Mit normalem Menschenverstand ist das nicht zu begreifen.

Ich frage mich, wie ich vielleicht mal meinem Enkel erklären soll, daß wir es doch tatsächlich geschafft haben, auf dem Mond zu landen, die heutige Technik zu entwickeln, jedoch unfähig sind, mit Gesichtsmaske und Einweghandschuhen richtig umzugehen.

Ich sitze daher kopfschüttelnd im Auto und komme zu dem Schluß, daß ich wohl irgendwie im falschen Film gelandet bin.

Aber gut. In Anbetracht einer solchen Führung ⤵ darf man sich – ob solch‘ eines Verhaltens – wohl nicht wirklich wundern?!


Symbolbild: Janet Meyer / Pixabay

By HI

About Author

about author

HI

Zugereister Austrianer, der seine ganz persönlichen Ansichten zu seinen (realen sowie virtuellen) Alltagserlebnissen in und um seine Wahlheimat Büdingen (Hessen) wiedergibt. "Granteln" seinerseits inklusive ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.