Hühnermobil

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Vor kurzem habe ich in einer FB-Gruppe gefragt, wo man – vorzugsweise in der Kernstadt (wegen der Fahrerei) – ggf. auch in unseren Büdinger Ortsteilen eigentlich landwirtschaftliche Erzeugnisse kaufen kann. So die ganze Palette aus Milcherzeugnissen (Butter, Milch, etc.), Gemüse, Fleisch (Rind, Schwein, Wild, Geflügel, Lamm, Ziege, etc.), Obst, etc. etc. pp. 

Zu meinem großen Erstaunen war die Resonanz – sagen wir mal – „sehr verhalten“. Keine Ahnung warum, aber entweder wollte oder konnte man mir schlichtweg (aus Unkenntnis) nicht antworten. Irgendwie peinlich, denn wir leben hier „auf dem Land“ und es gibt doch einige land- und forstwirtschaftliche Betriebe hier.

Das brachte mich auf die Idee, einfach auf diesem Blog eine kleine Serie in der Kategorie „Frisches Büdingen“ zu starten, da ich sicher nicht die einzige bin, die die familiäre Ernährung (gesundheitsbedingt) ein wenig umstellen will. Also werde ich mich nach und nach mal auf Spurensuche begeben 😉.

Da ich bereits seit knapp einem Jahr schon Hühnereier vom Hühnermobil hole, lag es einfach nahe, Yvonne Michel anzusprechen und zu fragen, ob ich Fotos machen und diese veröffentlichen dürfe. Ich hab‘ mich echt gefreut, als sie mir sofort antwortete und sogar anbot, mich ins Gehege mitzunehmen. Also: Ab ins Auto, vorher die Eier geholt („Eier PickUp“ in der Mühltorstr. 31), dann zum Hühnermobil (L3010, gegenüber Parkplatz Freibad der Stadt Büdingen).

Kurze Zeit später stand ich mittendrin … im umzäunten Gehege des Hühnermobils, inmitten einer Schar von Hennen, über die „Torsten“, „René“ und „Reinhard“ – mit Argusaugen und geschwellter Brust – wachen.

Die Hennen … absolut „tiefenentspannt“ liegen sie in ihren Sandkuhlen, nehmen in aller Ruhe ein „Sandbad“, wälzen sich, reinigen in aller Ruhe ihre Gefieder. Ob wir da durchstapfen oder nicht … vollkommen wurschtig. „Da hinten wachsen auch wild Kürbis und Tomaten“ sagt Yvonne Michel schmunzelnd und deutet auf ein riesiges Stück saftiges Grün.

Auch durfte ich endlich mal die Hennen kennenlernen, die die grünen Eier fabrizieren 😉

[Dass ich in meinem Leben zum allerersten Mal grüne Eier beim erstmaligem Einkauf beim Hühnermobil gesehen habe, darf ich auch keinem erzählen. Auch nicht von meinem ungläubigen Blick, als mir Yvonne Michel freudig erzählte, daß auch „lila Eier“ im Repertoire sind. Wenn die Hennen so weitermachen und bereits für „Farbe“ sorgen, erspart man sich zu Ostern vielleicht bald das Färben 😉 ]

Fuchs und Habicht haben sich in der Vergangenheit bereits ebenfalls an diesem reich gedeckten Tisch bedient, erzählt Yvonne Michel. Eine Wildkamera habe man installiert, um zu eruieren, wo der Fuchs eigentlich genau durchkomme. Daraufhin habe man – auch weil die Hennen über den Zaun in den Graben der Landstraße geflogen seien – erst einmal die Umzäunung erhöht. Letztendlich müsse man halt aber nun einmal damit rechnen, daß ab und an die Natur ihren Lauf nimmt und der gackernde Nahrungsmittellieferant selber zur Nahrung wird.

Mein persönliches Fazit:

Ich hole dort gerne die Hühnereier – einfach, weil sie lecker sind. Ich weiß, wo sie herkommen und nun hatte ich auch die Möglichkeit, die „Produzenten“ in ihrem Zuhause näher kennenzulernen. Was will man eigentlich mehr?

Es gefällt mir auch, daß ich 24/7/365 die Möglichkeit habe, die Eier zu holen. Nicht aus einem Automaten, sondern gekühlt aus dem Isokarton. Auf einer roten Kommode stehend, drappiert von selbstgemachten Fruchtaufstrichen. Die Kasse … die Kasse ist ein Loch in der Kommode. Also: Passend Kleingeld sollte man dabei haben 😉 . Finde ich irgendwie „charmanter“ als so einen Automaten (der sicher praktisch und vielfältige Möglichkeiten bietet, aber irgendwie „steril“ wirkt – mein Empfinden).

Prima fand ich auch, daß die Eier (die wohl noch etwas „kleingeraten“ sind) der Junghennen, eine Zeitlang für € 2,– der 10-er Pack angeboten wurden, obwohl der Aufwand derselbe ist. Fand ich sehr fair.

Ich habe im persönlichen Gespräch mit Yvonne Michel soviel Informationen erhalten, für die ich wirklich dankbar bin, weil ich wieder einiges lernen durfte. Hatte ich geglaubt, ich würde der Umwelt was Gutes tun, indem ich z.B. die Eierkartons zum Zwecke der Wiederverwendung retourniere, wurde ich eines Besseren belehrt. Die Wahrscheinlichkeit, daß gebrauchte Eierkartons mit Keimen und Krankheitserregern, wie z.B. Salmonellen, infiziert sind, ist zu hoch. Kartonage kann auch nicht entsprechend den Hygienevorschriften wiederverwendbarer Verpackung gereinigt werden.

[Ergo: Eierkartons werde ich dann halt zukünftig wegschmeißen. Hinsichtlich Hygiene / Wiederverwendung irgendwie noch nachvollziehbar; was die Produktion von weiteren Müll betrifft, irgendwie jedoch „hirnrissig“ oder?.]

Dass dem Cousin die Rinder (Limousine, Charolais) hinter dem Hühnermobil gehören, ist wohl ein kleiner „Wink“ und wird daher – hoffe ich mal – einer meiner nächsten Ausflüge werden 😉

Auch, daß es Hundehalter gibt, die zwar ordentlich den Hundekot mit dem Hundekotbeutel entfernen, diesen jedoch dann in den Feldern der Landwirte entsorgen, werde ich noch mal näher hinterfragen. Soooo war das mit den Hundekotbeuteln eigentlich nicht gedacht.

Ich habe viele viele Eindrücke gewinnen dürfen und wenn ich jetzt am Hühnermobil vorbeifahre, ertappe ich mich dabei, wie ich bewußter nach den Hühnern schaue und mich frage, ob „Mutter Michel“ schon die Eier eingesammelt hat.

„Ei ❤️ you“ … treffender hätte man dies wohl kaum auf den Punkt bringen können. Der Name ist „Programm“ 😉

By HI

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HI

Zugereister Austrianer, der seine ganz persönlichen Ansichten zu seinen (realen sowie virtuellen) Alltagserlebnissen in und um seine Wahlheimat Büdingen (Hessen) wiedergibt. "Granteln" seinerseits inklusive ;-)

One Comment
  1. Ka·ta·s·t·ro·phe – notiz an mich

    […] Eier hole ich nach wie vor beim Hühnermobil in Büdingens „Kernstadt“, von dem ich ja bereits berichtet habe. Ebenfalls total […]

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