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Horrorstrecke

07/01/2020 | büdingen | Keine Kommentare

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Nun soll es also erneut eine Geschwindigkeitsbegrenzung „richten“, wie dem heutigen Artikel (hinter Bezahlschranke) „Stadt Büdingen fordert erneut Tempolimit für Landstraße nach Rinderbügen“ im Kreis-Anzeiger zu entnehmen ist?!

„Geschwindigkeitsbegrenzung“ … obwohl „die bis November 2014 geltende Begrenzung auf Tempo 80″ schon „nicht zu einer Verringerung der Wildunfälle geführt habe“?! 🤔

Was die Wildunfälle betrifft, so ist da nun einmal rundherum Wald – der steht da nicht erst seit gestern. Und die Landstraße geht da nun einmal durch (auch nicht erst seit gestern). Wild wechselt nun einmal – zahlreiche Warnschilder weisen auch darauf hin. Nachdem das Wild nicht lesen kann, beratungsresistent gegen die StVO ist, bleibt also nur – in logischer Konsequenz – der Autofahrer, der diese Strecke unterschätzt, eigenes Fahrkönnen überschätzt, abgelenkt ist, auf sein Smartphone schaut, angetrunken fährt oder auch – „der“ Hit schlechthin – die „Damen“, die sich während der Fahrt schminken.

So hart es klingen mag, aber da hat Hessen Mobil mit der Aussage recht: „Und wer unter Alkoholeinfluss gegen Bäume fahre, könne auch nicht durch Geschwindigkeitsbeschränkungen gerettet werden.

Ich kenne die Strecke, seitdem ich hier in Büdingen lebe und war seinerzeit ebenfalls „Führerscheinneuling“ als ich herkam. Die Strecke ist gefährlich und hat es in sich, gerade für Fahranfänger, die (noch) keinerlei Erfahrung haben, welche physikalischen Kräfte im Fall der Fälle wirken. Ich bin die Strecke mit eindringlicher Warnung meiner seinerzeitigen Arbeitgeber, in deren Haushalt ich lebte, vor der Gefährlichkeit und den Tücken dieser, tagtäglich gefahren. Aquaplaning mit 50km/h war’s bei mir damals. Ich konnte den Wagen gerade noch rechtzeitig abfangen. Dies, Dank täglich auferlegter Fahrübungen eben jener Arbeitgeber. Der Schreck saß tief und war mir eine Lehre. Wie man merkt, bis heute in mein Gedächtnis „eingebrannt“.

Aus eigener Erfahrung bringt eine Geschwindigkeitsbegrenzung gar nix. Auf dieser Strecke ist nun einmal grundsätzlich „Vorsicht“ angesagt, sei es „Aquaplaning“, nasses Laub, Wildwechsel, Frost, eingeschränkte Sicht durch Nebelschwaden (Seemenbachtal), etc. – egal zu welcher Jahreszeit.

Eine Sanierungsbedürftigkeit dieses Streckenabschnitts – wie im Artikel ebenfalls angesprochen – kann ich ebenfalls so nicht sehen. Eine Erneuerung der Fahrbahnmarkierungen wäre allerdings wirklich mal erforderlich und längst überfällig.

Hinweisschilder (sog. „Schock-Schilder“), die auf die Gefährlichkeit der Strecke hinweisen (zzgl. Anzahl (ggf. sogar Bild (?)) und Alter der Todesfälle) dürften m.E. abschreckend vermutlich langfristig mehr bringen, als eine Geschwindigkeitsbegrenzung oder Geschwindigkeitskontrollen.

Um es mal überspitzt zum Ausdruck zu bringen: Man kann nur mit Bildern schockieren. Diese bleiben im Gedächtnis – eine weiteres Verkehrszeichen in Form einer Geschwindigkeitsbeschränkung m.E. nicht. Dazu gibt es einfach zuviele. Man registriert sie kaum noch, neigt dazu, sie inzwischen zu ignorieren, weil einfach „zuviel“.

Mein Vorschlag: Sowohl am Ortsausgang Rinderbügen Richtung Büdingen als auch in umgekehrter Richtung ein entsprechendes „Schock-Schild“ aufstellen und die Liste (die sich aufgrund der Uneinsichtigkeit mancher Autofahrer vermutlich weiter verlängern wird, weil lern- und warnresistent) entsprechend aktualisieren.

Es muß ja nicht unbedingt ein Bild des „Sensenmannes“ sein (obwohl der es eigentlich am treffendsten darstellen würde, wenn man die zahlreichen Polizeimeldungen zu dieser Strecke liest).


Bild: cocoparisienne / Pixabay

By HI

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HI

Zugereister Austrianer, der seine ganz persönlichen Ansichten zu seinen (realen sowie virtuellen) Alltagserlebnissen in und um seine Wahlheimat Büdingen (Hessen) wiedergibt. "Granteln" seinerseits inklusive ;-)

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