Blindgänger

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Blindgänger

13/03/2020 | büdingen, gedanken, hessen | Keine Kommentare

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Im ersten Moment ist man reflexartig geneigt, dieses Attribut so einigen Protagonisten hier in unserem Städtchen zu verpassen. Sei‘ es nun in der Kommunalpolitik oder in manchen Privatinitiativen.

In diesem Fall sind jedoch mit „Blindgänger“ diejenigen Relikte aus den Weltkriegen gemeint, die im Erdreich eingegraben, weiträumig in der Landschaft verstreut, heute noch ungezündet vor sich hinrosten und auf ihre Entdeckung warten.

„Experten gehen“, lt. „Oberhessische Presse“ (2014), „davon aus, dass 10 bis 30 Prozent der im Krieg abgeworfenen Bomben [Anm.: ca. 1,35 Millionen Tonnen] nicht explodiert sind und als „Blindgänger“ in der Erde liegen.“ Ebenfalls im gleichen Jahr teilte das (für Hessen zuständige) Regierungspräsidium Darmstadt mit, daß „pro Jahr rund 400 Kampfmittelfunde registriert und rund 120 Tonnen Bomben, Granaten oder Munition entdeckt, abtransportiert und vernichtet würden.

So weit, so schlecht, denn 11 dieser – sprichwörtlich – „tickenden Zeitbomben“, weil üblerweise auch noch mit einem Säurezünder (chemisch-mechanischer Langzeitzünder) versehen, schlummern – lt. der hiesigen Grünen – heute noch in der Büdinger Gemarkung.

Nu‘ hab‘ ich’s ja im Allgemeinen nicht so mit den grünen Zeitgenossen hier, heißt aber nicht, daß damit grundsätzlich alles „Mist“ ist, nur weil’s aus deren „Ecke“ kommt.

Im September 2017 (TOP 7) wurde dieser Antrag der Grünen (Zusendung aktueller Lagepläne der Bombenblindgänger, Einladung Experte Kampfmittelräumdienst, Information über Risiken, sowie Beseitigungsmöglichkeit) einstimmig in den Bau- und Planungsausschuss überwiesen. Dort blieb er dann auch, bis er im März d.J. wieder auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung landete (TOP 20), um von dort nunmehr wieder in den Haupt- und -Finanzausschuss verwiesen zu werden. So zumindest lt. Kreis-Anzeiger. Hauptgrund: Kosten der Beseitigung. Warum man hiefür knapp 3 Jahre benötigt, erschließt sich mir nicht wirklich.

Dass in der Nähe eines Ackers „dort arbeitende und flanierende Menschen“ nicht wüßten, daß dort ein Blindgänger liege, ist auch nicht gerade „prickelnd“. Noch weniger prickelnd ist es, daß dies – obwohl lt. Kreis-Anzeiger bekannt – in diesem Zusammenhang nun auch wieder nicht öffentlich bekanntgemacht wird.

Da bekommt der Ausdruck „Bombenstimmung“ doch gleich ein anderes Geschmäckle.

Der liebe Herrgott muß es zumindest gut mit uns hier meinen, daß bis heute nix passiert ist. Schließlich schlummern die Dinger da nun auch nicht erst seit gestern, sondern schon > 70 Jahren.

Dass sich manch‘ dieser üblen Zeitgenossen auch schon mal mit einem großen Knall zurückmeldet, war z.B. 2019 in Limburg der Fall. Aktuell wird gerade eine in Darmstadt entschärft, die im Rahmen von Baumaßnahmen entdeckt wurde.

Hoffen wir also, daß uns Fröschen hier das Glück weiter hold ist ..


Bild: Milesl auf Pixabay

By HI

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HI

Zugereister Austrianer, der seine ganz persönlichen Ansichten zu seinen (realen sowie virtuellen) Alltagserlebnissen in und um seine Wahlheimat Büdingen (Hessen) wiedergibt. "Granteln" seinerseits inklusive ;-)